Freuen: Unterschied zwischen den Versionen

Aus 2 x 2 der Erziehung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 6: Zeile 6:
* '''Erfahren''': Kinder in den ersten vier Jahren müssen auch alles selbst [[erfahren]] haben, um zu verstehen, ob etwas geht oder nicht. Es hat keinen Sinn, wenn Sie dem Kind zu erklären versuchen, dass das Wasser verschüttet, wenn es das Glas schräg hält. Das Kind muss das zumindest einmal selbst erfahren haben. Und möglicherweise hat es sogar grösste Freude daran, wenn das Wasser auf den Boden spritzt (was selbstverständlich nicht heisst, dass Sie sich als Eltern auch darüber freuen müssten - aber zumindest müssen Sie solche "kleinen Unglücke" in Kauf nehmen können). Kinder werden also vom Zuschauen nicht glücklich, sondern nur von dem, was sie selbst machen.
* '''Erfahren''': Kinder in den ersten vier Jahren müssen auch alles selbst [[erfahren]] haben, um zu verstehen, ob etwas geht oder nicht. Es hat keinen Sinn, wenn Sie dem Kind zu erklären versuchen, dass das Wasser verschüttet, wenn es das Glas schräg hält. Das Kind muss das zumindest einmal selbst erfahren haben. Und möglicherweise hat es sogar grösste Freude daran, wenn das Wasser auf den Boden spritzt (was selbstverständlich nicht heisst, dass Sie sich als Eltern auch darüber freuen müssten - aber zumindest müssen Sie solche "kleinen Unglücke" in Kauf nehmen können). Kinder werden also vom Zuschauen nicht glücklich, sondern nur von dem, was sie selbst machen.
* '''Aufmerksamkeit und Anerkennung''': Da Kinder sich zunächst völlig wertfrei darüber freuen, was sie erreicht haben, ist es entscheidend, welche Erfolge Sie als Eltern loben (und ob Sie das Lob auch ernst meinen oder womöglich bloss ironisch). Denn [[Beachtung]] [[Verstärkung|verstärkt]] das Verhalten des Kindes. Das heisst, wenn Sie sich über [[Missgeschick|Missgeschicke]] des Kindes amüsieren, wird es diese genauso wiederholen (und entsprechendes Fehlverhalten entwicklen) wie wenn Sie sich über einen [[Erfolg]] des Kindes ehrlich freuen. Heikel sind in diesem Zusammenhang vor allem Doppelbotschaften (Wenn Sie zum Beispiel ironischerweise "Bravo" sagen, wenn das Kind das Glas grad dann fallen lässt, nachdem Sie es ihm zuvor prophezeit haben).
* '''Aufmerksamkeit und Anerkennung''': Da Kinder sich zunächst völlig wertfrei darüber freuen, was sie erreicht haben, ist es entscheidend, welche Erfolge Sie als Eltern loben (und ob Sie das Lob auch ernst meinen oder womöglich bloss ironisch). Denn [[Beachtung]] [[Verstärkung|verstärkt]] das Verhalten des Kindes. Das heisst, wenn Sie sich über [[Missgeschick|Missgeschicke]] des Kindes amüsieren, wird es diese genauso wiederholen (und entsprechendes Fehlverhalten entwicklen) wie wenn Sie sich über einen [[Erfolg]] des Kindes ehrlich freuen. Heikel sind in diesem Zusammenhang vor allem Doppelbotschaften (Wenn Sie zum Beispiel ironischerweise "Bravo" sagen, wenn das Kind das Glas grad dann fallen lässt, nachdem Sie es ihm zuvor prophezeit haben).
* '''Selbständigkeit''': Das Ziel jeder Erziehung sollte die [[Selbständigkeit]] des erwachsenen Kindes sein.


Unsere Gesellschaft umfasst leider gerade für Kinder auch sehr viel Unerfreuliches, sodass  es sich nicht vermeiden lässt, dass mit zunehmenden Alter die Lebensfreude einer gewissen Ernüchterung Platz macht. Trotzdem können Sie als Eltern sehr viel dazu beitragen, dass Ihr Kind möglichst viel Freude behält!
Unsere Gesellschaft umfasst leider gerade für Kinder auch sehr viel Unerfreuliches, sodass  es sich nicht vermeiden lässt, dass mit zunehmenden Alter die Lebensfreude einer gewissen Ernüchterung Platz macht. Trotzdem können Sie als Eltern sehr viel dazu beitragen, dass Ihr Kind möglichst viel Freude behält!


{{VertrauenGrenzen}}
{{VertrauenGrenzen}}

Version vom 2. September 2017, 14:24 Uhr

Freude ist eines der Grundgefühle des Menschen und deshalb bei Kindern noch gewissermassen in reiner Form da: Kinder freuen sich über das Leben an sich, sie brauchen dazu weder besondere Erfolge geschweige denn irgendwelche materiellen Dinge. Was ihre Freude aber ganz besonders stärkt, ist eine intensive Beziehung zur Umwelt, insbesondere zu den Eltern.

Die Lebensfreude bringt das Kind also einfach mit, sie muss weder gelehrt noch entwickle werden. Als Eltern haben Sie deshalb "bloss" die Aufgabe zu schauen, dass dem Kind die Freude nicht vergeht. Und dazu können Sie einiges beitragen:

  • Selbst tun: Kinder bringen nicht bloss Lebensfreude mit, sondern auch Lebenswillen. Sie wollen deshalb möglichst alles so schnell als möglich selbst tun, sei es die Trinkflasche halten, sei es aufsitzen. Lassen Sie das Kind also immer alles selbst ausprobieren und ermuntern Sie es, auch wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Es wird sich umso mehr freuen, wenn es etwas selbst erreicht hat.
  • Lernen: Zumindest in den beiden ersten, alles entscheidenden Lebensphasen lernt das Kind alles von sich aus, das heisst Sie brauchen ihm gar nichts beizubringen. Sie brauchen sich auch nicht darum zu kümmern, was es lernt, Hauptsache es lernt, wozu es Lust hat. Denn das ist die beste Grundalge um später, das heisst mit der Einschulung, auch Dinge zu lernen, die mehr einem allgemeingültigen Lehrplan denn seinen eigenen Bedürfnissen entsprechen. In den ersten vier Jahren ist bloss wichtig, dass das Kind das lernen darf, wozu es Lust hat (während Sie als Eltern in dieser Zeit sehr wohl einiges zu lernen haben, nämlich die beiden Grundprinzipien der Erziehung: Vertrauen und Grenzen!). Lassen Sie dem Kind also die Freude, alles auszuprobieren, ganz gleich ob es damit Erfolg hat oder nicht.
  • Erfahren: Kinder in den ersten vier Jahren müssen auch alles selbst erfahren haben, um zu verstehen, ob etwas geht oder nicht. Es hat keinen Sinn, wenn Sie dem Kind zu erklären versuchen, dass das Wasser verschüttet, wenn es das Glas schräg hält. Das Kind muss das zumindest einmal selbst erfahren haben. Und möglicherweise hat es sogar grösste Freude daran, wenn das Wasser auf den Boden spritzt (was selbstverständlich nicht heisst, dass Sie sich als Eltern auch darüber freuen müssten - aber zumindest müssen Sie solche "kleinen Unglücke" in Kauf nehmen können). Kinder werden also vom Zuschauen nicht glücklich, sondern nur von dem, was sie selbst machen.
  • Aufmerksamkeit und Anerkennung: Da Kinder sich zunächst völlig wertfrei darüber freuen, was sie erreicht haben, ist es entscheidend, welche Erfolge Sie als Eltern loben (und ob Sie das Lob auch ernst meinen oder womöglich bloss ironisch). Denn Beachtung verstärkt das Verhalten des Kindes. Das heisst, wenn Sie sich über Missgeschicke des Kindes amüsieren, wird es diese genauso wiederholen (und entsprechendes Fehlverhalten entwicklen) wie wenn Sie sich über einen Erfolg des Kindes ehrlich freuen. Heikel sind in diesem Zusammenhang vor allem Doppelbotschaften (Wenn Sie zum Beispiel ironischerweise "Bravo" sagen, wenn das Kind das Glas grad dann fallen lässt, nachdem Sie es ihm zuvor prophezeit haben).
  • Selbständigkeit: Das Ziel jeder Erziehung sollte die Selbständigkeit des erwachsenen Kindes sein.

Unsere Gesellschaft umfasst leider gerade für Kinder auch sehr viel Unerfreuliches, sodass es sich nicht vermeiden lässt, dass mit zunehmenden Alter die Lebensfreude einer gewissen Ernüchterung Platz macht. Trotzdem können Sie als Eltern sehr viel dazu beitragen, dass Ihr Kind möglichst viel Freude behält!

Übergeordnetes Thema

^ nach oben

Fragen und Feedback

Das "Zweimalzwei der Erziehung" ist zum Teil noch im Aufbau. Allfällige Fragen oder Feedback sind willkommen: Email